Der Hund in der Fabel: Kynopolis von Christine Lehmann
Donnerstag, den 28. Juni 2007Selten hat mich die Beschreibung auf einem Bucheinband so verwirrt, wie bei der Originalausgabe des Buchs Kynopolis von Christine Lehmann. Dieses Buch stammt zwar schon aus dem Jahr 1994, war aber über Booklooker.de noch in großer Zahl sehr preiswert verfügbar. Gesucht und gelesen hatte ich es wegen des Untertitels “rasanter Hundekrimi und wunderschöne Tiergeschichte in einem” und natürlich wegen der Autorin. Enttäuscht wurde ich nicht.
Gute Bücher wie dieses haben eine Eigenart: Je nach Erfahrung des Lesers und der ihn umgebenden Ereignisse lösen sie Gedanken im Kopf aus, die sehr verschieden sein können. Ich kann aus dem Untertitel nur das Wörtchen “rasant” bestätigen. Die Ereignisse fangen harmlos an und überschlagen sich zum Ende hin in dunklen, dichten Bildern voll allegorischer Komponenten und verdichteter Aussagen. Ich habe den Zugang zum Buch erst gefunden, als ich es für mich als gelungene Fabel eingeordnet hatte. Dieses Genre, in denen Tiere menschlich handeln, hat seinen ganz eigenen Reiz. Ob die den Tieren dabei zugeordneten menschlichen Eigenschaften den Tieren nach Meinung des Lesers wirklich entsprechen, ist dabei ohne Belang. Im Zusammenhang mit einem Irish Wolfhound steht der treffende Satz: “Größe macht auch dann Eindruck, wenn sie unaggressiv ist“, andere Kennzeichen der beteiligten Hunde sind der Fabel angepasst und verstärken die gewählten Bilder.
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