Buchempfehlung: “Erlernte Hilflosigkeit” von Martin E. P. Seligman – der Weg zu glücklichen Kindern
Ich möchte euch heute Abend ein Fachbuch ans Herz legen: “Erlernte Hilflosigkeit” von Martin E. P. Seligman aus dem Jahre 1975. Damit dies hier ein gut lesbares und unterhaltsames Blog bleibt, werde ich statt einer seriösen Rezension eine Empfehlung schreiben: gehet hin, leset und werden schlauer! Nach meiner Meinung ist dieses Buch nicht nur für (Sozial-)Pädagogen, Psychologen und sonstige Fachmänner und Fachfrauen ein wunderbar erhellendes Buch – ich finde, auch alle Eltern sollten es lesen!
Zwar werden im Buch zunächst lang und bereit erstaunlich viele Tierversuche geschildert, die darin gewonnenen Informationen und Resultate sind aber übertragbar und wichtig: wir Menschen, insbesondere Kinder, sind glückliche(re) Menschen, wenn wir lernen, dass unser eigenes Handeln wirksam ist und wir die Dinge kontrollieren können.
Als Familienhelferin hatte ich jahrelang den Eltern geraten: Behandelt eure Kinder im ersten Lebensjahr wie Könige, reagiert prompt auf ihre Bedürfnisse, lasst sie nicht allein, lasst sie nicht schreien, umsorgt und liebt eure noch so kleinen hilflosen und auf euch angewiesenen Kinder! Irgendwann haben die Kinder gelernt: Wenn ich ein Bedürfnis habe, kommt jemand und hilft mir. So gewinnen sie ein Urvertrauen in sich, die Bezugsperson, in die Welt. Das führt dann dazu, dass genau diese umsorgten (andere würden sagen: verwöhnten) Kinder später eine gute Impulskontrolle (“Warte mal kurz!”) entwickeln können. Sie haben nämlich gelernt, zu vertrauen und das ihr eigenes Tun (Ansprache, Weinen) Konsequenzen hat (mir wird geholfen, wenn auch nicht sofort!).
Das, was für viele Eltern glücklicherweise völlige Normalität ist, was viele Eltern aus dem Bauchgefühl heraus tunn, in diesem Buch wird das wissenschaftlich untersucht und untermauert. Kinder, denen es nicht gegönnt ist, so aufzuwachsen, gieren ihr Leben lang nach Aufmerksamkeit und Wahrnehmung ihrer Bedürfnisse.
Also liebe Eltern, “investiert” viel Kraft und Zeit in die ersten Lebensjahre (es ist unfassbar anstrengend, ich weiß!), aber ihr erweist euch und euren Kindern damit einen großen Dienst.
Noch ein wichtiger Gedanke: Viele von uns leben Elternschaft unter dem Motto “Du sollst es mal besser haben als ich!” und schießen dabei leider oftmals über das Ziel hinaus. Kindern tut es gut, (wohldosierten) Frust zu erleben und zu ÜBERwinden! Das stärkt nicht nur die Frustrationstoleranzgrenze, sondern stärkt die Kinder mit der Erkenntnis: Ich kann was! Nehmt dem Kind nicht alles ab und lasst es Dinge allein ausprobieren, scheitern, es wieder probieren und es dann schaffen. Lasst die Kinder Frust erleben und aushalten. Tröstet sie, aber nehmt ihnen nicht die Herausforderungen. Lasst eure Kinder mal Langeweile haben…das gibt Raum für Kreativität.
Wie sagt ein schlauer Spruch: Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen! Vor allem aber sind sie kein Publikum, das wir Eltern unterhalten müssen. Und nun seid ihr dran: Any comments?



