Text und Tier

Vermischtes, Verschmitztes, Sprachliches und Pädagogisches – Jörg Schumacher – Online-Journalist

Archiv der Kategorie ‘Bücher‘


Tess Gerritsen – Sag niemals STIRB

Samstag, den 10. Mai 2008
Webnews

gerritsen.stirb.cover.070214Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Der Abgabetermin beim Verleger steht fest und kommt immer näher. Wichtig ist, dass am Stichtag 300 Seiten für den Druck vorliegen, was wirklich im Buch steht, ist egal: Im vorliegenden Fall hat der Verleger vermutlich nicht zu unrecht darauf vertraut, dass sich das Buch schon allein deshalb verkaufen lässt, weil der Name Tess Gerritsen sonst für Spannung und Qualität steht .

Der Titel “Sag niemals STIRB” ist zweifellos das schlechteste Buch, das ich bisher von Tess Gerritson gelesen habe: Ein Nackenbeißer mit künstlicher Liebesstory, die der verworrenen Geschichte auch nicht mehr Spannung verleiht, sondern eher einen Hauch von Kitsch gibt. Das Motiv der Morde und Verfolgungen wirkt konstruiert, die Pointe ist zwar überraschend, aber auch nicht wirklich plausibel. Hartgesottene Fans der Autorin haben sicher ihre Freude am Buch ebenso wie Freunde der Liebesliteratur – ich habe dieses Buch von Tess Gerritsen zugunsten ihrer besseren Stories sicher nach wenigen Tagen wieder vergessen.

Mira Taschenbuch

Eiskalte Wanderung in den Wäldern um Bad Dürkheim – Monika Geier, Schwarzwild

Dienstag, den 29. April 2008
Webnews

Leichenfressendes Schwarzwild im Gehege, schwarz arbeitende mazedonische Pflegerinnen, ein “wilder schwarzer” Mann und viel schwarzer Humor – mehr muss von einem Krimi aus dem deutschen Raum nicht erwartet werden. Krimitypisch baut Monika Geier die Szenerie auf, stellt die Figuren in…

Lesen Sie mehr!

Schwaben morden besser – A Schwob, a Mord? als Ariadnekrimi

Freitag, den 25. April 2008
Webnews

Ariadne1178xHintergündig, einfallsreich und unterhaltsam – mit diesen Worten ist Ariadnes dritte Kollektion krimineller Texte bekannter und weniger bekannter schwäbischer Autorinnen treffend charakterisiert.

Ich habe die von Lisa Kuppler zusammengestellte Sammlung gern gelesen, mich an einigen Stellen köstlich amüsiert und an anderen die kreative Schreibe der Krimiladys bewundert. Kurz gesagt: Für Freunde krimineller Short-Stories ist das Buch ein Leckerbissen.

Nachtrag: Beim Krimiblog fand ich ein Interview mit der Herausgeberin und Lektorin Lisa Kuppler zum Start der “Hard Case Crime”-Reihe in deutscher Übersetzung.
e

Lisa Kuppler (Hg.)
A Schwob, a Mord?
Ariadne Krimi 1178
ISBN 3-86754-178-7

Lili Hahn – Bis alles in Scherben fällt

Donnerstag, den 20. März 2008
Webnews

Können Tagebücher bis gestern fremder Personen die eigene Weltanschauung beeinflussen? Das, was man nach Jahren glaubt, von der Welt zu wissen und als eigene Anschauung weitergibt? Ja, wenn sie so persönlich und in der Zeit geschrieben sind wie die Tagebuchblätter von Lili Hahn aus den Jahren 1933 – 1945.

Die Einträge sind persönlich, erschreckend ehrlich, manchmal prophetisch und immer berührend. Wie sehr ist der Einzelne in die Geschichte verstrickt? Was tut er, was wird ihm angetan? Das Berührende und Erschütternde dieses Buches sind die Alltäglichkeit der Ereignisse, der Alltag im gutsituierten, intelektuellen Teil Frankfurts, der Alltag in Hunger und Not und der Alltag in den Beziehungen zwischen den Menschen. Und genau an dieser Stelle liegt die aktuelle Bedeutung der Erlebnisse solcher Menschen wie Lili Hahn: Sie ziehen Paralelen zum selbst Erlebten, machen Erscheinungen aus anderer Sicht durchschaubarer und bereichern das Leben um Erfahrungen, die man so selbst nicht machen musste.

Ich habe lange gebraucht, bis ich mich an die Blätter gewagt habe. Es war ein Gewinn, dieses Tagebuch gelesen zu haben.

Jude Deveraux – Wilde Orchideen

Dienstag, den 12. Februar 2008
Webnews

Bücher, die unverhofft auf dem Tisch liegen, können ihren eigenen Reiz haben. Als beiliegendes “Geschenk” einer Weltbild-Lieferung hatte ich den Titel “Wilde Orchideen” von Jude Deveraux in den Fingern .. ein einfach nettes Buch. Spannend, flüssig geschrieben, berührend, mystisch und überraschend, nur der Klappentitel sollte nicht so ernst genommen werden, die erinnert an einen Nackenbeißer.

Update: Ich habe erst anschließend nachgelesen: Jude Deveraux ist eine Bestsellerautorin aus den USA. Offensichtlich hatte ich bisher noch nie ernsthaft in Betracht gezogen, ein Buch von ihr zu lesen – mir sagte der Name nichts. Das hat sich mit diesem Buch geändert.

Genial daneben – was ist ein Nackenbeißer?

Sonntag, den 27. Januar 2008
Webnews

Es gibt Begriffe, die kennt man oder hat keine Chance, jemals dahinter zu kommen. Z.B. “Sommerdreieck”. Da ich vor Urzeiten einmal ein Seminar für Astronomie gegeben habe und das Sternbild Schwan zu den Sternbildern gehört, die den Himmel besonders zieren, wusste ich mit dem Begriff etwas anzufangen.

Aber “Nackenbeißer”. Ich war überrascht, als ich den recherchiert habe: Ab zu Wikipedia.

Abenteuer Maronen kochen

Montag, den 7. Januar 2008
Webnews

Schon vor über einem Jahr bin ich im Restaurant Tegernseer in München als Beilage einmal mit Maronen bekannt gemacht worden: Was auf dem Teller liegt, wird auch gekostet. Es war ein Genuss und Grund genug, es selbst zu versuchen. Anleitung war der Artikel Maronen kochen, den ich zufällig gefunden hatte.

Hier also meine Erfahrungen.

Erster Schritt: Kreuzweise einritzen – war nicht so einfach. Ich habe dann ein spitzes Messer genommen, die Schale eingestochen und den Schlitz kreuzweise erweitert. Das ging deutlich einfacher.

Zweiter Schritt: Pellen nach dem Kochen. Da die Maronen nachher sowieso noch einmal gebraten werden sollten, habe ich sie einfach unmittelbar nach dem Kochen mit kaltem Wasser abgeschreckt – das Pellen war nicht mühselig.

Dritter Schritt: Rösten in Walnussöl – das war alle. Ersatzweise habe ich Erdnussöl genommen und die Maronen schön knusprig gebraten.

Vierter Schritt: Angerichtet mit Makkaroni und überstreut mit Parmesan – lecker.

Weihnachten durch die USA mit Anne Seale, Heißes Erbe

Freitag, den 14. Dezember 2007
Webnews

Wer sich zu Weihnachten ein rasantes, witziges und vor allem herzerwärmendes Krimi-Märchen gönnen möchte, dem sei der Krimi der Amerikanerin Anne Seale, Heißes Erbe, wärmstens empfohlen. Wie sich ein Überführungsauftrag quer durch die USA von Buffalo nach Florida und mit…

Lesen Sie mehr!

Norwegen zu Weihnachten erlesen: Kim Småge, Zweitgesicht, Nebel über Trondhjem

Montag, den 26. November 2007
Webnews

Sie kommen jedes Jahr um Weihnachten und den Jahreswechsel: die langen Abende, an denen ein wenig Grusel am warmen Ofen zum Wohlbefinden beiträgt. Die blind verliebte Kommissarin Anne-kin Halvorsen wacht böse auf: Ihr Liebster ist nicht ganz der Mann,…

Lesen Sie mehr!

Harry Potter? Wer ist tot?

Montag, den 23. Juli 2007
Webnews

Das einzig Interessante an Harry Potter ist für mich noch die Tatsache, dass Papa Razzi ihn nicht mag. Alle Bände liegen fein säuberlich vom Patenkind sortiert bereit, die DVDs habe ich auch gesehen. Mehr muss doch aber nicht sein.

Die ganze Zauberei trägt sich doch in sich selbst, Mord und Totschlag durchziehen die ganze Serie, ein Ministerium sorgt dafür, dass Zauberei nur in geschlossenen Anstalten Schulräumen stattfindet. Und von meiner Lieblingsfigur, der mauligen Myrte ist auch schon nichts mehr zu sehen. Also was solls, es ist eh das letzte Buch der Serie, je knalliger der Abgang, desto besser.