Text und Tier

Jörg Schumacher – Online-Journalist

Archiv der Kategorie ‘Krimi‘


Cay Rademacher – Stave-Krimis aus Hamburg, 1947

Sonntag, den 5. Juli 2015
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Sommerzeit ist Biergartenzeit und Biergartenzeit ist Lesezeit. Das ist zumindest meine Meinung, wenn ich mich an einem Sommerabend gelegentlich mit meinem Kindle dorthin zurückziehe. Nach der erbaulichen Lektüre von

Biarka Biak – Herrin der Insel: Kriminalroman (Kindle Edition) fand sich auf meinem Kindle der Krimi „Der Trümmermörder“ von Cay Rademacher, den ich schon am 28. Dezember 2012 gekauft (d.h. eigentlich im Rahmen einer Aktion kostenlos ergattert) hatte. Insgesamt ein Krimi voller Überraschungen und eine Empfehlung, die sich anhand von Büchern in vergangene Zeiten hineinversetzen wollen. (mehr …)

Lesen nach Fernsehen – das Krimi Universum der Fred Vargas

Freitag, den 20. April 2012
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Fred-Vargas-Aufbau

Es wäre wirklich eine Lücke in meinem Leben entstanden, wenn ich die Krimis der Fred(edrique) Vargas nicht entdeckt und gelesen hätte. Aber es gibt ja das Fernsehen. Auf Arte stolperte ich über ein Porträt der französischen Schriftstellerin Fred Vargas. Es mag ein alter Hut sein, für viele nicht mal ein Geheimtipp, aber für mich war es eine echte Entdeckung.

Im Gegensatz zu den blutigen Details und schockierenden Leichenfunden anderer Schriftsteller taucht man beim Lesen der Bücher von Fred Vargas in eine spezielle Welt ein, die von den handelnden Personen lebt. Überraschende Wendungen machen eigentlich nur die handelnden Personen – wenn man in den Büchern nicht von den skurrilen, herzerwärmenden Hauptpersonen so gefesselt wäre, dann könnte man auch lange vor der „Aufklärung“ den Täter ermittelt haben. Überrascht von Täter und Motiv war ich in den beiden ersten Titeln also nicht, dennoch gab es Spannung bis zum Schluss. Ich kann die Bücher nur empfehlen, wer Interesse an noch mehr Informationen hat, der kann unter anderem bei Arte suchen.

(Zuerst veröffentlicht bei digitaltivi.de, 28.05.10)

Nora Miedler – Die Musenfalle – als Ariadne Kriminalroman 1190

Mittwoch, den 25. August 2010
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1190xIch habe das soeben erschiene Buch „Die Musenfalle“ der österreichischen Autorin Nora Miedler schon hier liegen, aber noch nicht lesen können. Aber ehrlich, ich freue mich darauf. Der in der Reihe Ariadne Kriminalroman mit Nummer 1182 Erstling „Warten auf Poirot“ realisierte Hochspannung auf kleinstem Raum. Tolle Dialoge und ein überraschende Wendung sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.

Der neue Roman von Nora Miedler, Die Musenfalle, erschienen bei Ariadne Kriminalroman als Nummer 1190, soll ein feiner Kriminalroman sein über Erwartung, Scheitern, Gier, Missbrauch und Betrug – nicht zuletzt an sich selbst. Ich bin gespannt und werde heute noch mit der Lektüre anfangen.

Nora Miedler: Die Musenfalle
Ariadne Kriminalroman 1190
ISBN: 978-3-86754-190-9
256 S., 11 Euro
portofrei lieferbar unter http://www.argument.de/ak/1190.html

Tess Gerritsen, Scheintot

Sonntag, den 11. Mai 2008
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TessGerrritsenScheintot

Ich bin wieder zufrieden mit einer meiner Lieblingsautorinnen. Nach einer Woche mit Zugreisen, Hotel und schönem Wetter im Gartenstuhl kann ich im Gegensatz zum Titel „Sag niemals STIRB“ der gleichen Autorin wieder Positives vermelden.

Mit dem Titel „Scheintot“, der die Story rund um die Detektivin Rizzoli fortsetzt, hat die Autorin wieder ein spannendes Stück Arbeit geleistet. Eine leider sehr realistisch erscheinende Story, viel Spannung, aber leider ein viel zu glattes Ende. Tess Gerritsen scheint wie viele ihrer Landleute davon überzeugt zu sein, dass jedes Verbrechen, egal, wie hoch es angesiedelt ist, einer gerechten Strafe zugeführt würde. Das scheint sie mitunter selbst nicht so recht zu glauben, wenn sie in Bezug auf die bewusst geschürte Terrorhysterie und die damit verbundenen Aushebelungen der Menschenrechte schildert, wie Verbrechen dazu dienen, Geld, Macht und Einfluss zu sichern. Aber es ist manchmal auch für die eigene Psyche hilfreich, wenn mal eine Story befriedigend endet und so zumindest einen kurzen Moment von den echten Verbrechen ablenkt.

Tess Gerritsen, Scheintot bei Weltbild

Tess Gerritsen – Sag niemals STIRB

Samstag, den 10. Mai 2008
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gerritsen.stirb.cover.070214Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Der Abgabetermin beim Verleger steht fest und kommt immer näher. Wichtig ist, dass am Stichtag 300 Seiten für den Druck vorliegen, was wirklich im Buch steht, ist egal: Im vorliegenden Fall hat der Verleger vermutlich nicht zu unrecht darauf vertraut, dass sich das Buch schon allein deshalb verkaufen lässt, weil der Name Tess Gerritsen sonst für Spannung und Qualität steht .

Der Titel „Sag niemals STIRB“ ist zweifellos das schlechteste Buch, das ich bisher von Tess Gerritson gelesen habe: Ein Nackenbeißer mit künstlicher Liebesstory, die der verworrenen Geschichte auch nicht mehr Spannung verleiht, sondern eher einen Hauch von Kitsch gibt. Das Motiv der Morde und Verfolgungen wirkt konstruiert, die Pointe ist zwar überraschend, aber auch nicht wirklich plausibel. Hartgesottene Fans der Autorin haben sicher ihre Freude am Buch ebenso wie Freunde der Liebesliteratur – ich habe dieses Buch von Tess Gerritsen zugunsten ihrer besseren Stories sicher nach wenigen Tagen wieder vergessen.

Mira Taschenbuch

Weihnachten durch die USA mit Anne Seale, Heißes Erbe

Freitag, den 14. Dezember 2007
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Wer sich zu Weihnachten ein rasantes, witziges und vor allem herzerwärmendes Krimi-Märchen gönnen möchte, dem sei der Krimi der Amerikanerin Anne Seale, Heißes Erbe, wärmstens empfohlen. Wie sich ein Überführungsauftrag quer durch die USA von Buffalo nach Florida und mit den Sachen einer alten Frau zurück über ein zusammengebrochenes Auto in eine Liebesgeschichte mit blutigem Ausgang und materiellem Happy-End entwickelt, hat einen ganz eigenen Charme. Das Buch baut die Spannung gemächlich auf und ist von leichter Hand vergnüglich geschrieben.

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