Text und Tier

Jörg Schumacher – Online-Journalist

Archiv der Kategorie ‘Ariadnekrimi‘


Lesen statt Fernsehen: Schwarzes Gold, Dominique Manotti, @Ariadne_Krimi

Mittwoch, den 20. April 2016
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Ohne Dominique Manotti wäre der politische Krimi um Vieles ärmer. Jedes ihrer bisherigen Themen war brisant, hochaktuell und bestens zu lesen. Noch habe ich das Buch nicht gelesen – aber es steht ganz oben auf meiner Liste.

In SCHWARZES GOLD knöpft sich Dominique Manotti nun eine ökonomisch und geopolitisch hochkomplexe Epoche vor, deren Siege und Niederlagen bereits den Zuschnitt des 21. Jahrhunderts erahnen lassen: Es ist das Jahr 1973. Die großen Ölkonzerne halten den Daumen auf dem Erdölmarkt, der transatlantische Drogenhandel blüht nicht mehr, die French Connection ist zerschlagen. Während Unterwelt und Polizei sich neu aufstellen, kämpft die Hafenstadt am Mittelmeer mit dem wirtschaftlichen Niedergang. Ein noch junger Commissaire Daquin betritt ihren Bahnhofsvorplatz: Marseille, Stadt der Schurken und Banditen, brodelnder Moloch zwischen Klassenkampf und Krise, für manche ein Sprungbrett, für andere Endstation. Kugeln treffen ihr Ziel, Deals gehen über die Bühne, und hinter den Kulissen spinnen die kleinen und großen Geschäftemacher an ihren Netzen. Manottis Marseille fängt in Makro-Aufnahmen von extremer Schärfe und kühler Sinnlichkeit die intrigenstrotzende Wirtschaftspolitik der Siebziger ein. Präzise Action in einem harsch skizzierten Fresko der leidenschaftslosen Gewalt: Die Akteure sind Spieler, der Einsatz ist bis heute derselbe. Es ist unsere Welt. (Text: Ariadne)

Dominique Manotti: SCHWARZES GOLD, aus dem Französischen von Iris Konopik
Ariadne Kriminalroman 1213
375 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 19 Euro, ISBN 978-3-86754-213-5

 

Ungewohnte Perspektive: LADY BAG, der neue Roman von Liza Cody

Mittwoch, den 3. September 2014
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Sie ist die Frau ohne Gesicht. Leute beleidigen sie, Leute ignorieren sie. Manche geben etwas. Oft nur wegen des Hundes an ihrer Seite. Eines Abends läuft ihr in der Innenstadt der Teufel über den Weg. Statt sich zu verstecken, heftet sie sich an seine Fersen. Eine gefährliche Entscheidung, die schwerwiegende Folgen hat …

Zornig, schlau, verkorkst, tragisch, witzig und (meistens) ehrlich: Die rotweingetränkte Schilderung der Baglady ist ein wilder, temporeicher Kriminalroman und ein literarischer Kommentar zur Lage.

Liza Cody, Londoner Schriftstellerin mit Gossenerfahrung, verleiht der namenlosen Pennerin eine Erzählstimme, der man durch die verregneten Straßen folgt, tief hinein in den Schlund von London und in die Wirren eines geheimnisvollen Komplotts.

Liza Cody
LADY BAG
Ariadne Kriminalroman 1222
Deutsch von Laudan & Szelinski
320 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
17 Euro, ISBN 978-3-86754-222-7
Portofrei zu bestellen unter: www.argument.de/belle_index_reload.html?ak/1222.html

Jaqueline Ohnhold, Wahn oder die schwarzen Seiten der Pharma-Konzerne

Freitag, den 11. April 2014
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Am Himmel der Krimiautorinnen war seinerzeit (2007) für mich ein neuer Stern aufgegangen. Ich hatte das Buch dieser Tage gesucht – es ist leider verschollen. Aber ich erinnere mich: Jaqueline Ohnhold beschreibt in „Wahn“ gewinnmaximierende Komplotte zwischen einem Psychiater und der Pharma-Industrie. Die Story ist so überzeugend, dass sie wahr sein könnte. Diese Tatsache beunruhigt. Dass Konzerne für Gewinn selbst über Leichen gehen, kann weder mit Leugnen noch „Schönreden“ aus der Welt geschafft werden. Das Buch zieht aus dieser Story und der Verquickung von Personen in dieses menschenfeindliche Komplott einen großen Teil der Spannung, die Schritt für Schritt gesteigert wird.

Zusätzlich berührt hat mich das Buch durch eigene Erfahrungen. Ich hatte mal einen Freund in einer Klinik besucht, der unter dem Eindruck von Psychopharmaka nicht wiederzuerkennen war. Völlig neben sich, kaum klare Worte, Sabber aus dem Mund – so ähnlich wird eine handelnde Person im Krimi beschrieben.

Mit „Hunger“ hatte mich Jaqueline Ohnhold bereits neugierig auf die weiteren Bücher um das deutsche Ermittlungsteam Gollan, Hoffmann & Co gemacht. Die Beziehung zwischen den Ermittlern wurde so behutsam weitergesponnen, dass die Spannung für die folgenden Bücher erhalten geblieben ist. Ich drückte der Autorin seinerzeit die Daumen für weitere so überzeugende Geschichten und fieberte dem nächsten Band der Reihe entgegen. Bisher habe ich zu meinem Bedauern allerdings seither keine weiteren Titel entdecken können …

Jacqueline Ohnhold
Wahn
Ariadne Krimi 1172 http://www.ariadnekrimi.de
ISBN 978-3-86754-172-5

@Ariadne_Krimi: ‚Ausbruch‘ von Dominique Manotti

Donnerstag, den 3. April 2014
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Dominique Manotti kann erzählen. Vor allem HAT sie viel zu erzählen. Von Buch zu Buch scheint sie sich die Erfahrungen eines erlebnisreichen Lebens von der Seele zu schreiben. „Ausbruch“, veröffentlicht bei Ariadnekrimi (meiner Meinung synonym mit ‘Die besten Krimis von Frauen‘), wurde wie immer übersetzt von Andrea Stephani, sonst wäre das Buch im Deutschen vermutlich nicht so gut. Ich weiß aus einer Lesung, dass Manotti mit der Übersetzerin sehr zufrieden ist.

Ich schreibe nichts zur Handlung, der Klappentext verrät schon genug. Mich hat das Buch mitgerissen in eine Zeit, die in meiner Erinnerung schon fast verblasst war. Die Lektüre hat Fragen aufgeworfen, die ich mir so zu meiner Vergangenheit noch nicht gestellt habe und Lebenseinsichten bekräftigt, die ich so fühlte, aber nie so auf den Punkt hätte bringen können.

Der „Ausbruch“ handelt in erster Linie von Menschen in ihrem gesellschaftlichen Umfeld, vermittelt Einblicke in ihr Inneres, zeigt ihre Sehnsüchte, Zwänge und Grenzen im historischen Kontext. Wer sich heute und in Zukunft fragt, wie sich Menschen am Beginn der 70-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gefühlt haben, was das für Menschen waren, deren Geschichten wir dringend bewahren und hinterfragen sollten, der sollte sich dieses Buch greifen und auf sich wirken lassen. „Ein Land, das seine Geschichte totschweigt, verfault von innen.“ Nach meiner Einsicht gilt das nicht nur für Länder.

Dominique Manotti, Ausbruch
Gebunden mit Schutzumschlag u. Lesebändchen
Deutsch von Andrea Stephani
Ariadne Kriminalroman 1218
ISBN 978-3-86754-218-0

Mit Teufelsg’walt – Christine Lehmann lässt Schwabenreporterin Lisa Nerz leben

Donnerstag, den 3. Mai 2012
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Internet ausgefallen und nur das täglich stupide Fernsehprogramm? Alternative: Lesen statt Fernsehen. Ich habe also wieder einmal die Ariadne-Krimis gecheckt und mich durch Nachblättern an das gelesene rinnert. Eines der Bücher, das mich nachhaltig beeindruckt hat, ist der achte Schwabenkrimi um Lisa Nerz “Mit Teufelsg’walt” von Christine Lehmann. Ich mag Krimis von Frau Lehmann, die zwischen spitzwortigen und mörderischen Szenen immer wieder Interessantes vermitteln und zeigen, dass die Autorin gut recherchiert. Einen guten Gegenwartskrimi zeichnet nach meiner Meinung aus, dass er zwar Fiktion ist, Handlung, Täter, Gegenspieler und Lokalkolorit aber glaubwürdig sind. Diesen meinen Anspruch konnte Christine Lehmann mit Teufelsg’walt erreichen, anders als im eher utopisch anmutenden Krimi “Nachtkrater“.

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Tod im Gestüt – Christine Lehmann, Pferdekuss (Update)

Donnerstag, den 3. Mai 2012
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Bei Amazon konnte ich im Jahr 2007 ein Exemplar des Buches von Christine Lehmann, Pferdekuss, finden. Diese Ausgabe war schon etwas älter, erschienen bei Rowohlt 1999. Die handelnde Hauptperson ist Lisa Nerz, diesmal im Kreise der Familie ihres Schwiegervaters. In diesem Buch, dass mittlerweile auch in der Reihe der Ariadnekrimis seinen Platz gefunden hat, analysiert Christine Lehman das Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern. (mehr …)

Frauke Turm: Wasserturm im Hamburger Schanzenviertel zugeschanzt

Freitag, den 20. April 2012
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Mit dem Krimi „Zugeschanzt“ um den Wasserturm im Hamburger Schanzenviertel beschreibt Frauke Turm Hamburger Realität: Bis 2006 tobten im Schanzenviertel Straßenschlachten um den Wasserturm, idyllisch gelegen im Sternschanzenpark. Der denkmalgeschützte Bau sollte Kulturprojekte fürs Viertel beherbergen, doch zur nötigen Sanierung fehlten die Mittel. Die Autorin spinnt den Faden fort: Zu welchem Zeitpunkt die Autorin wirklich den Faden aufnimmt und wann die geschilderten Fakten fiktiv werden, ist für den Nicht-Hamburger schwer auszumachen.

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Gelesen und persönlich genommen: Cynthia Webb, Die Farbe der Leere

Montag, den 16. April 2012
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Ich mag das Thema nicht: Krimi über bzw. rund um Kindesmissbrauch, Kindesmord und staatliche Stellen, die sich dieses Themas von Berufs wegen annehmen müssen. Aber es wäre ähnlich falsch, das Thema auszublenden oder als nicht gegeben zu leugnen. Ich habe mich also zugegeben eher widerwillig an die Lektüre gemacht. Fazit: Das Buch von Cynthia Webb, Die Farbe der Leere, berührt persönlich.

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Hart, erschreckend, brillant geschrieben, übersetzt und recherchiert – Dominique Manotti bei Ariadnekrimi

Mittwoch, den 21. September 2011
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Manotti, einschlägig bekanntAriadnekrimi ist nach meiner Meinung synonym mit ‚Die besten Krimis von Frauen‚. Ich habe die Reihe seit einigen Jahren im Abo und bin immer wieder überrascht, was der Verlag an Fundstücken in die Reihe aufnimmt.

Meine Entdeckung des Jahres war die Französin Dominique Manotti, aktuell in der Reihe mit ihrem „ultimativen Polizeithriller“ ‚Einschlägig bekannt‘. Ich habe das Buch bisher noch nicht gelesen – aber seit gestern ist mein Exemplar von der Autorin selbst signiert. Das war der Höhepunkt eines sehr gelungenen Abends in der Kriminalbuchhandlung „Glatteis“, Corneliusstr. 31, 80469 München. Die Buchhandlung ist übrigens sehr zu empfehlen – mir gingen die Augen über ob der unzähligen verführerisch angeordneten Bücher.

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Nora Miedler – Die Musenfalle – als Ariadne Kriminalroman 1190

Mittwoch, den 25. August 2010
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1190xIch habe das soeben erschiene Buch „Die Musenfalle“ der österreichischen Autorin Nora Miedler schon hier liegen, aber noch nicht lesen können. Aber ehrlich, ich freue mich darauf. Der in der Reihe Ariadne Kriminalroman mit Nummer 1182 Erstling „Warten auf Poirot“ realisierte Hochspannung auf kleinstem Raum. Tolle Dialoge und ein überraschende Wendung sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.

Der neue Roman von Nora Miedler, Die Musenfalle, erschienen bei Ariadne Kriminalroman als Nummer 1190, soll ein feiner Kriminalroman sein über Erwartung, Scheitern, Gier, Missbrauch und Betrug – nicht zuletzt an sich selbst. Ich bin gespannt und werde heute noch mit der Lektüre anfangen.

Nora Miedler: Die Musenfalle
Ariadne Kriminalroman 1190
ISBN: 978-3-86754-190-9
256 S., 11 Euro
portofrei lieferbar unter http://www.argument.de/ak/1190.html