Text und Tier

Vermischtes, Verschmitztes, Sprachliches und Pädagogisches – Jörg Schumacher – Online-Journalist

Archiv der Kategorie ‘Allgemein‘


Ostfriedhof München: Die Engel und der Sachse

Mittwoch, den 22. Februar 2012
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Ich bin seit Jahren gelegentlich in München und übernachte immer wieder in einer kleinen empfehlenswerten Pension. Zwischen dieser und meiner Arbeitsstätte liegt der Ostfriedhof München, den ich aus häufigen Durchquerungen auf dem “Heimweg” gut kenne. Für mich ist ein Friedhof ein Park mit historischen Denkmälern. Doch bei aller Vertrautheit mit der Örtlichkeit war Vieles am Wochenende neu und erzählenswert.

Ich kannte den Weg über den Ostfriedhof München bisher nur im Sommer. Umso mehr war ich von der herben Schönheit winterlicher Bilder beeindruckt, die sich auf der Suche nach Darstellungen von Engeln auf Grabmalen darbot. Segnende Engel, trauernde Engel, sogar einer mit drohend erhobenem Arm und aufzeigendem Finger. Für sich und ohne den damit verbundenen Gedanken an den Tod ist ein Friedhof wie der riesige Ostfriedhof ein Ort voller Eindrücke.

Mich aber holt der Tod und der Gedanke an den eigenen immer wieder ein, seit ich nach überstandener eigener Krankheit das Grab eines Sachsen entdeckte, der mit mir das Geburtsjahr und das Jahr meines Fasttodes gemeinsam hat. Er hatte nicht das Glück, älter zu werden. Sein Grabstein erinnert mich jedes Mal an die eigene Vergänglichkeit. Bisher immer mit viel Trauer und Selbstmitleid.

Dieses Mal aber wurde mir an diesem Grab die Hand gehalten und die Fee sprach zu mir: “Er würde sich jetzt mit dir freuen, wenn er dich sehen könnte. Er würde es dir gönnen, so glücklich zu sein.” Dieser Gedanke befriedete mein Herz und mein Selbstmitleid – danke, Fee.

Gestern, als ich neunzehn war

Montag, den 30. Januar 2012
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Weit gestern, als ich neunzehn war,
da schien die Welt so wunderbar,
um mich herum viel Liebe war
und lauter kluge Leute.

Weit gestern, grad beim ersten Sex,
da gab es noch die erste Ex,
da fühlte ich mich noch als Rex,
und mit so wirren Träumen.

Grad eben, spät in meinem Leben,
da hat es erst das Heut gegeben,
da fing mein Herz toll an zu beben
und endlich kam die Liebe an.

Heut nacht, seit ich dann zwanzig war,
da wurd die Welt erst wunderbar,
und in mir Liebe, sonnenklar
und lauter neues Leben.

(Für die Fee, 29.1.2012)

Twitter – Der Anfang einer Liebe

Sonntag, den 15. Januar 2012
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“Am Anfang war … ” Nein, nicht das Licht, nicht Twitter, nichts Virtuelles. Am Anfang waren zwei Leben, ihres und meines. Beide Leben waren ihrerseits mit anderen Leben verbunden. In Ehen. Langjährigen, für eine gewisse Zeit glücklichen. Mit Erlebnissen und Gefühlen, die bleiben werden. Und die dennoch nicht für ein Leben ausreichten. Aus Gründen, bekannten und unbekannten. Und plötzlich tritt Twitter aus dem Hintergrundrauschen: “Twitter der Ehekiller”. Bums. Aus dem Off, als Tweet, unvermutet, als Nonmention, also nicht an mich, sondern an die Allgemeinheit gerichtet. Aber stimmt das, nur weil wir jetzt nicht mehr nur bei Twitter zusammen sind?

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Mein Herz

Samstag, den 14. Januar 2012
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mein herz das ist ein eigen Ding
es schon an einem faden hing
und zappelte so gut es ging
doch es kann sich erinnern

erinnert sich an tag und nacht
die schon zusammen wir verbracht
wo wir gemeinsam viel gelacht
und miteinander schliefen

erinnert sich an jeden blick
und an das neue tolle glück
an leben vorwärts, nie zurück
und an die späte liebe

es sah die tränen jederzeit
es war mit jedem schritt befreit
und hat davon noch nichts bereut
auch nicht das eigene stocken

Drum meine liebe sei bereit
mein herz gehört dir alle zeit
wohl bis in meine ewigkeit
mit heißer heißer liebe.

(Für die Fee, 14.1.2012)

Und täglich grüßt der Mauschelwulff #wulfffilme

Mittwoch, den 4. Januar 2012
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Das Internet macht sich über einen Herrn Wulff lustig. Das ist OK, als Mensch Wulff hat er es bestimmt verdient. Aber als Präsident einer Republik, die so plötzlich auch die meine war? Nein, der Präsident tut seine Pflicht als erster Mann in diesem Staate – ein Rücktritt wäre ein Fehler.

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2012 – los geht es mit den Vorsätzen

Sonntag, den 1. Januar 2012
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Mit dem Jahresbeginn kommen die guten Vorsätze. Auch bei mir. Es werden Jahr für Jahr weniger. Mittlerweile nehme ich mir nur noch vor, die gesunde Lebensweise der vergangenen Jahre weiter fortzusetzen. Noch bewusster essen, noch weniger Alkohol. Glaubt mir, zusammen mit Bewegung ist das völlig ausreichend, um auch das nächste Silvester zu erreichen. Kleine Schritte sozusagen.

Aber davon lebt der Mensch, von den kleinen Schritten. Alle zusammen sind dann ein langer Weg. Im Rückblick sozusagen. Den Rückblick machen wir dann Ende des Jahres wieder. Ein Jahr älter, ein Jahr schlauer. Oder auch nicht ;-) Aber ein Jahr gelebt.

Und den hier musste ich als Rückblick für 2011 einfach “klauen”: Wenn man mich dereinst fragt: “Was war 2011?” Dann werde ich sagen: “Twitter”. Und lächeln. Danke dafür.

Twitter, @deraltesack und eine Timeline – Versuch einer Aufarbeitung

Freitag, den 30. Dezember 2011
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Mittlerweile sind ein paar wenige Tage vergangen, die ich mich von Twitter ferngehalten habe. Aus Gründen, wie der Twitterer sagen würde. Es war ein langer, schwerer Abschied von @deraltesack. Diese Kunstfigur, entstanden aus einer Laune heraus, ist mit Sicherheit tot. Aber genauso sicher wird etwas wieder auferstehen – ein eigenes Ich. Ein realer Mensch bei Twitter? Virtuelles soziales Netzwerk und reales Leben? Ein Trugschluss?

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Erlernte Hilflosigkeit

Donnerstag, den 29. Dezember 2011
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Bei wikipedia findet man eine gute und knappe Beschreibung: “Erlernte Hilflosigkeit bezeichnet das Phänomen, dass Menschen (…) infolge von Erfahrungen der Hilf- oder Machtlosigkeit ihr Verhaltensrepertoire dahingehend einengen, dass sie als unangenehm erlebte Zustände nicht mehr abstellen, obwohl sie es (von außen betrachtet) könnten.

Ein Beispiel aus meiner Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin:
Lehrerin H. bittet mich, mit der Mutter von N. Kontakt aufzunehmen, weil deren Schulmaterialien nicht vollständig sind, sie meist nicht wettergemäß gekleidet ist, sie ein ungesundes oder kein Frühstück dabei hat und den Eindruck erweckt, ziemlich oft auf sich allein gestellt zu sein. (weiterlesen …)

Twitterweihnacht – #xcoral – die Zusammenfassung

Freitag, den 23. Dezember 2011
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Ja, aber es sind gute, wichtige Lieder bei #xcarol gesungen worden. Nicht die Masse zählt. Wir haben uns über jeden Beitrag gefreut, bei jedem aus besonderen Gründen.

@deraltesack hat auch gesungen, zweimal. Aus Gründen. Für ihn ist das Projekt gleichzeitig ein Abschied von Twitter. Und deshalb war das Projekt gleichzeitig Balsam für die Seele.

Die nachfolgende Aufstellung folgt der Reihenfolge des Eingangs.

@DobermannHS hat mit seiner Tochter ein wunderschönes Lied aus dem Polarexpress gesungen. Vater und Opa Sack waren zu tränen gerührt. Und alles mit einem Handy. Schon allein dafür hat es sich gelohnt, das Projekt auszurufen.

@Glasmenagerie meldete sich mit “Cherry Tree Carol“. Leise glasklar und zerbrechlich rühte uns das leise Lied. Auf der verlinkten Seite finden sich weitere Lieder, unbedingt anhörenswert.

Es ist ein #xcoral gesungen worden, von der wundervollen FLO @TheLostPiece Danke liebes.” Das war unser Kommentar zu dem wundervollen “Good Morning Sleepyhead” (Achtung, Download) Da uns “Die Flo” gelegentlich einige unruhige Gedanken beschert hatte, hat uns dieses Lied besonders gerührt.

Seitdem @deralteSack beim Schlafliedersingen im #lalelu auf den Geschmack kam, traut er sich ja öfter. Sein Beitrag zum #Xcoral “Vom Himmel hoch“. (ehrlich? Es klingt genau so gequält, wie er drauf war. die andere Variante mit dem Namen “Advent” wird nicht verlinkt, aber wer interessiert ist, findet.

Gefreut haben wir uns, das @kischtrine ebenfalls ein Lied beigesteuert hat. Jingle Bells. Danke, wir bedanken uns, diese frische Interpretation hier vorstellen zu dürfen. (wenn ich vergessen hab ihr zu folgen, entschuldigung. ich alt haare gebeugt. usw.

(Vielleicht gibt es ja ein paar Twitterati, die noch in Stimmung kommen. Es würde uns freuen)

Update

Ja, es gab noch Twitterati, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, dass sie für mich singen. Weil ich, deraltesack gefragt habe. Und das ist das Allerschönste gewesen.

Es war mir wichtig, Resonanz zu erhalten. Und ich habe in dieser für mich aufwühlenden Zeit viel Gefühl erfahren. Mit-Gefühl, das ist das richtige Wort.

Ihr sollt daran Teil haben.

Die @kriminalistin sang spontan, nach dem ich ihr den Link zu meinen wirklichen boo geschickt hatte. Danke.Xcarol für @deraltesack j.mp/vQSjwk (siehe j.mp/tI5D8N), nach dieser Version „Au clair de la lune“: j.mp/ttSWjj.

@kelimewort überraschte mich mit einer besonderen variante des guten alten unschuldigen Liedes “Oh,  Tannebaum” : thema verfehlt. aber wen kümmert’s? http://audioboo.fm/boos/600099-o-tannenbaum so etwas wie mein beitrag zum #xcarol frohe weihnachten!

Mein Wölfchen, Puzzelchen, Nachtelfe – eine derer, die dem Altensack am allerliebsten waren, sang. Für mich, aber auch für alle Twitterati. X-Mas-Special für @deraltesack: Süßer die Glocken nie klingen #xcarol http://audioboo.fm/boos/601334-susser-die-glocken-nie-klingen

Meine Bestatterin Lene musste auf ihre Art mitmachen und jabberwalken oder so. (Erinnerte mich an “Ficken für den Weltfrieden”) Aber hört selbst und auf eigene Gefahr. noch ein besonderes #xcoral von @_meerlene danke, dass du es für mich gesungen hast. Andere muessen damit leben ;-)

Also für mich war #xcoral ein voller Erfolg – echtes Weihnachten. Unverfälscht. Nur Gefühl. Ich will noch eins. Mindestens. Danke

@deraltesack verlässt Twitter

Donnerstag, den 22. Dezember 2011
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AM 28.12.2011 ist ein Ende, quasi mit dem Ende von #xcoral. @deraltesack verlässt Twitter. Aus Gründen. Ich weiß, dass @deralteSack euch einen Gruß und ein Bitte hinterlassen hat, mit euch weiter Kontakt zu halten. Hier ist die Anlaufstelle ;-) via Kommentar oder mail. Auch andere Daten sind im Impressum. Wäre schön mal von euch zu hören. Ihr werdet uns fehlen.