Text und Tier

Vermischtes, Verschmitztes, Sprachliches und Pädagogisches – Jörg Schumacher – Online-Journalist

Archiv der Kategorie ‘Nachtgedanken‘


Das Ende einer Liebe

Samstag, den 10. März 2012
Webnews

Es ist vorbei. Nach fast zehn Jahren endgültig vorbei. Unwiederbringlich.

Wenn sich ein Partner plötzlich verändert und nicht mehr zur Verfügung steht und auch das “Lass uns Freunde bleiben” nicht so recht funktioniert, kann es verständlicherweise zu Unfrieden, Streit und unfairen Kämpfen kommen.

Wenn dann aber der verletzte, verunsicherte Ex-Partner anfängt, mit Dreck zu werfen und Sachen sagt, wie “Du bist ein schlechter Mensch! Dich wird nie jemand lieben!” und dann noch final ausholt und zuschlägt mit “Du bist selbst dran schuld, dass deine Mutter dich verlassen hat, als Du noch ein Kind warst und dass dein Vater Dich misshandelt hat!” , dann ist das nur noch gemein und unverzeihlich.

Wie kann es sein, dass Liebe so “kippt”?
Und was sagt das über denjenigen aus, der so ohne Rücksicht auf Verluste verletzend um sich schlägt?
Und wie reagiert man da?
Gibt es überhaupt Alternativen zu komplettem Kontaktabbruch?

Ich bin völlig ratlos.

Neues aus der Schulsozialarbeit – Kinderarbeit in Deutschland

Samstag, den 10. März 2012
Webnews

Es kommt selten genug vor, aber ich konnte um 17:15 Uhr in den Feierabend. Als ich aus dem Schulhaus stolpere und hoffnungsvoll Richtung U-Bahn-Station laufe, sehe ich eine meiner Schülerinnen aus dem Nebenhaus kommen: N. Mir rutscht direkt heraus: “Was machst Du denn hier?” N.: “Ich arbeite. Ich verteile Zeitungen.” Mir bleibt die Spucke weg! N. ist 11. In Worten: ELF Jahre alt. Kinderarbeit in Deutschland?

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Hemmungen

Freitag, den 9. März 2012
Webnews

Als alleinerziehende und vollzeitberufstätige Mutter, die zur Gruppe der “Armen, trotz Arbeit” gehört, war ich noch nie im Urlaub. Also seitdem ich 18 bin und für mich selbst sorgen muß. Eine Mutter-Kind-Kur war drin, die ist aber leider schon eine Weile her.

So hat sich mein kluger Sohn zu seinem 13. Geburtstag nur Geld von allen gewünscht – damit wir einen Wochenendtrip nach London (seine Wunsch- Location) machen können. Das ist nun 14 Monate her und wir waren immer noch nicht in London.

Warum?
Weil ich mich nicht traue.

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Kinofreak – Ohne Kino ist das Leben kein Leben

Mittwoch, den 7. März 2012
Webnews

Mein allerallererster Kinofilm war “Bernard und Bianca”. Ich muss etwa 9 Jahre alt gewesen sein. Und war sofort angefixt. Mein Spielverderbervater war leider nicht oft dazu zu bewegen, mit mir ins Kino zu gehen. Nein, er verbot mir sogar einige Filme. Aber Kino ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.

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Unverhofft

Montag, den 5. März 2012
Webnews

Ich sitze in der Straßenbahn. Ohne Buch.
Das ist eine große Ausnahme.

Aber heute will ich mich nicht ablenken, nicht abtauchen.
Ich zwinge mich, meine eigenen Gedanken zu hören. Und es auszuhalten.

Du hast Dich nach tagelangem Schweigen gemeldet und mich um ein Treffen gebeten.
Ich verzweifelte seit zu vielen Tagen an dem Gedanken, Dich niemals wieder zu sehen.

Ich sitze also in der Straßenbahn. Nicht zusammen gesunken über einem Buch, blind und taub für die anderen Menschen – nein, heute sehe ich mich um, höre zu.

Höre die Menschen um mich herum.
Und meine Gedanken.

Die Gedanken die voller Angst sind. Und voller Freude.
Beides abwechselnd. Und gleichzeitig.

Es ist so anstrengend. Mein Herz schlägt schon seit Stunden viel zu schnell und ich wundere mich, dass man es nicht durch die Jacke hindurch pochen sieht.

Ich will alles an Sinneseindrücken bewusst spüren, aufnehmen und mir merken.

Denn vielleicht ist das heute unsere letzte Begegnung?

Twitter – Der Anfang einer Liebe

Sonntag, den 15. Januar 2012
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“Am Anfang war … ” Nein, nicht das Licht, nicht Twitter, nichts Virtuelles. Am Anfang waren zwei Leben, ihres und meines. Beide Leben waren ihrerseits mit anderen Leben verbunden. In Ehen. Langjährigen, für eine gewisse Zeit glücklichen. Mit Erlebnissen und Gefühlen, die bleiben werden. Und die dennoch nicht für ein Leben ausreichten. Aus Gründen, bekannten und unbekannten. Und plötzlich tritt Twitter aus dem Hintergrundrauschen: “Twitter der Ehekiller”. Bums. Aus dem Off, als Tweet, unvermutet, als Nonmention, also nicht an mich, sondern an die Allgemeinheit gerichtet. Aber stimmt das, nur weil wir jetzt nicht mehr nur bei Twitter zusammen sind?

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Twitter, @deraltesack und eine Timeline – Versuch einer Aufarbeitung

Freitag, den 30. Dezember 2011
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Mittlerweile sind ein paar wenige Tage vergangen, die ich mich von Twitter ferngehalten habe. Aus Gründen, wie der Twitterer sagen würde. Es war ein langer, schwerer Abschied von @deraltesack. Diese Kunstfigur, entstanden aus einer Laune heraus, ist mit Sicherheit tot. Aber genauso sicher wird etwas wieder auferstehen – ein eigenes Ich. Ein realer Mensch bei Twitter? Virtuelles soziales Netzwerk und reales Leben? Ein Trugschluss?

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Erlernte Hilflosigkeit

Donnerstag, den 29. Dezember 2011
Webnews

Bei wikipedia findet man eine gute und knappe Beschreibung: “Erlernte Hilflosigkeit bezeichnet das Phänomen, dass Menschen (…) infolge von Erfahrungen der Hilf- oder Machtlosigkeit ihr Verhaltensrepertoire dahingehend einengen, dass sie als unangenehm erlebte Zustände nicht mehr abstellen, obwohl sie es (von außen betrachtet) könnten.

Ein Beispiel aus meiner Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin:
Lehrerin H. bittet mich, mit der Mutter von N. Kontakt aufzunehmen, weil deren Schulmaterialien nicht vollständig sind, sie meist nicht wettergemäß gekleidet ist, sie ein ungesundes oder kein Frühstück dabei hat und den Eindruck erweckt, ziemlich oft auf sich allein gestellt zu sein. (weiterlesen …)

Erwachsenenweiterbildung – werden Teilnehmer wieder Grundschüler?

Donnerstag, den 8. Dezember 2011
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Excel- Tabellen für Anfänger

Heute vormittag war ich bei einem Treffen mit anderen Schulsozialarbeitern bei unserem Arbeitgeber. Wir waren 17 Leutchen und saßen schön sozialpädagogisch im Stuhlkreis. Der erste Redner dieses Qualitätszirkels war dann ein Mitarbeiter der Personalabteilung, der uns das neue Arbeitszeiterfassungssystem anhand einer Excel-Tabelle erklärte.

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Unfassbare Zustände

Dienstag, den 6. Dezember 2011
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Ich war letztes Wochenende bei meiner Mutter zu Besuch, in Berlin. Diesmal habe ich ihr ein schickes Geschenk mitgebracht, nämlich eine elegante Strickjacke, worüber sie sich sehr gefreut hat. Wie immer habe ich auch einen Abstecher zu Mutters Freundin Anke gemacht – zusammen haben wir immer allerhand zu kichern, zu quatschen und zu lästern. Aber das, was Anke diesmal zu erzählen hatte, das ist so unfaßbar schräg, dass ich es erzählen muss, obwohl mir noch im Nachhinein davon schlecht wird. (Wer grad etwas isst oder einen schwachen Magen hat: Nicht weiterlesen)

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