Text und Tier

Jörg Schumacher – Online-Journalist

Archiv der Kategorie ‘Nachtgedanken‘


Nebenjob

Freitag, den 17. August 2012
Webnews

Vor zwei Wochen habe ich wieder einmal eine neue Nebentätigkeit aufgenommen. Nach Nachhilfe in Französisch geben, Burger verkaufen, Putzen, Bürotätigkeiten, Flyer verteilen und Blumen binden verkaufe ich nun aushilfsweise Kosmetik. Nach ein paar Monaten mit „nur“ einem Vollzeitberuf hatte ich ganz vergessen, wie anstrengend es ist, stundenlang zu stehen. Aber die Kundengespräche, die genieße ich.

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Umzug

Donnerstag, den 16. August 2012
Webnews

Mein Sohn und ich sind endlich umgezogen. Der Wechsel war wegen allerlei Schäden in der alten Wohnung mehr als überfällig. Die neue Wohnung ist genauso groß und hat eine ähnliche Aufteilung, kostet aber 80 Euro weniger Miete. Zudem haben wir nun dichte Fenster, funktionierende Heizungen, eine sichere Wohnungstür sowie weder Schimmel noch einen Wasserschaden an der Decke.

Als ich einer Kollegin voller Freude von meinem Umzug berichte und dass mir siebzehn Leute geholfen haben, sagt sie verwundert: „Du hast siebzehn echte Freunde, die zum Schleppen gekommen sind?“

Ja, ist das nicht wunderbar? Männer von meinen Freundinnen, (Ex-) Arbeitskollegen und ein paar Kumpels meines Sohnes. Ich freue mich, wenn ich allen bei meiner Einweihungsparty einen Drink reichen kann. Mit Schirmchen. Und hier sage ich noch einmal öffentlich. DANKE.

Schulsozialarbeit – Das Dilemma der Befristung

Mittwoch, den 15. August 2012
Webnews

Ich bin seit zehn Monaten als Schulsozialarbeiterin für die Stadt tätig. Mit mir wurden etwa achtzig andere Kolleginnen und Kollegen eingestellt, alle dank des Bildungs- und Teilhabepaketes von Frau von der Leyen.

Unsere Befristung läuft nächstes Jahr im Herbst aus, nach Ende des neuen Schuljahres. Von einigen Mitstreitern habe ich jetzt schon gehört, dass sie bessere (will heißen: unbefristet und/ oder höher dotiert) Jobs gefunden und gekündigt haben. Unter uns gibt es nun bei jeder sich bietenden Gelegenheit wie Fortbildungen oder Arbeitskreisen immer wieder dassselbe Thema: wegbewerben oder abwarten?

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Das Geheimnis einer langen Ehe? Gewusst wie!

Dienstag, den 14. August 2012
Webnews

Im Lädchen. Ich, Potelka, berate ein älteres Ehepaar. Beide berichten stolz, im August 50 Jahre verheiratet zu sein. Ich strahle beide an und frage: „Und, was ist ihr Geheimnis für 50 frohe Jahre zu zweit?“
Er: „Ich bin das Geheimnis! Schauen Sie mich an!“

Im weiteren Gespräch erzählt er jovial, dass er vor kurzem angefangen habe, zu kochen, um seine Frau zu verwöhnen und die Küche immer „tiptop sauber“ hinterlasse. Sie nickt dazu.

Beim Abschied sagt er noch: „Aber heute morgen, da hat sie mit der Kaffeekanne nach mir geworfen, deswegen müssen wir jetzt zu Karstadt, eine neue Kanne besorgen.“

Gedanken zum Film „Der ewige Gärtner“ – Hilfe zur Selbsthilfe rettet die Welt

Sonntag, den 8. Juli 2012
Webnews

Vor 30 Jahren stellte ich mir die Frage, die sich wohl jeder junge Mensch einmal stellt: Wie weit will ich gehen, um die Welt zu retten? Tatest du das auch, lieber Leser? Nein? Du hast dir die Frage nicht gestellt, bei Bildern verhungernder Kinder in Afrika? Du hast nicht für Momente den Impuls gehabt, alles hinter sich zu lassen und in die sogenannte „3. Welt“ zu reisen, um dort alles zu ändern und endlich „richtig“ zu helfen? Wirklich nicht? Vielleicht solltest du dir dann den Film „Der ewige Gärtner“ ansehen.

Angeregt von Fernando Meirelles‘ Film „Der ewige Gärtner“ (2005, mit Rachel Weisz und Ralph Fiennes, nach einer Buchvorlage von John le Carré) beschäftigte mich gestern wie so oft die Frage, wo ich eigentlich hin gehöre und was ich dazu beitragen kann, diese Welt zu einer besseren zu machen.

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Ambivalent

Mittwoch, den 23. Mai 2012
Webnews

Bei meiner Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin habe ich zwei Chefinnen: meine Schulleiterin sehe ich jeden Tag, die Koordinatorin der Stadt etwa einmal im Monat. Verwirrenderweise heißen beide Heidi.

Die Stadt-Heidi mailte mir vor 2 Wochen eine Interview-Anfrage für die stadteigene Mitarbeiterzeitung zu: zur Verstetigung der Schulsozialarbeiterstellen soll nun kräftig die „Werbetrommel“ gerührt werden, zuerst intern. Anbei schickte sie mir die Fragen, damit ich mich vorbereiten kann. Die Frage „Was ist Dein größter Erfolg?“ hat mich angesichts der jüngsten Ereignisse in meiner Schule ziemlich verunsichert.

Zum ersten Mal wurde ein Kind (Eingangsklasse, 6 Jahre alt) direkt vom Schulhof weg vom Jugendamt abgeholt und in Obhut genommen. Bei dem vorhergehenden Gespräch beim Jugendhilfedienst war ich anwesend und hatte mich klar für eine Inobhutnahme ausgesprochen. Diese ist nun (wenn man die Geschichte dieses Kindes kennt: endlich!) passiert.

Aber ich fühle mich so gar nicht, wie man sich landläufig fühlt, wenn man einen Erfolg errungen hat: einen Lauf in guter Zeit geschafft, den ersten Preis gewonnen, ein 8- Gänge- Menue für 12 Personen gezaubert, eine Diplomarbeit abgegeben… Kein Jubel, keine Freude, kein Konfettiregen.

Nur große Traurigkeit, dass wieder ein Kind von seiner Mutter getrennt werden musste – zu seinem eigenen Schutz.

Wohnungssuche in Dortmund

Mittwoch, den 16. Mai 2012
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Ich muss von Zeit zu Zeit den Ort wechseln. Ich muss mich von Zeit zu Zeit selbst unter Druck setzen. Ich habe meine Wohnung schon gekündigt. Also bin ich jetzt auf Wohnungssuche. Und wer eine Wohnung sucht, kann was erleben. Was habe ich bei den bisherigen Besichtigungen erlebt?

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NRW Landtagswahl 2012 – ich, die Wahlhelferin

Dienstag, den 15. Mai 2012
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Zur NRW-Landtagswahl 2012 wurde ich als städtische Mitarbeiterin schriftlich gebeten (aufgefordert?), mich als Wahlhelferin zur Verfügung zu stellen. Ich dachte: Na gut, getreu JFKs Motto „Frag nicht, was Dein Land für Dich tun kann…“ mache ich da mal mit und es schien mir bestimmt eine Abwechslung zum Das-ganze-Wochenende-im-Bett-verbringen der letzten Monate. Als ich dann wirklich als stellvertretende Schiftführerin berufen wurde, erfuhr ich, dass sogar eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro zu erwarten war. Gesagt, getan.

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Der BVB Dortmund und ich, der Fan

Dienstag, den 15. Mai 2012
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Ich bin eine waschechte Dortmunderin, in der Nordstadt geboren und aufgewachsen. Nach kurzen Aufenthalten in Bremen, Leverkusen und Berlin bin ich immer wieder in meine Heimatstadt zurückgekehrt. Auch die Nordstadt hat mich wieder, die viel schöner, bunter und toller ist als ihr Ruf. Aber Fußball und der BVB gingen irgendwie immer an mir vorbei. Meine Eltern interessierten sich nicht dafür, der Vater meines Kindes nicht, niemand in meinem näheren Umfeld. Meine Sicht auf „König Fußball“ hat sich aber nun geändert.

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Ehrlich währt am Längsten – Richtig oder doof?

Dienstag, den 10. April 2012
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Ich war gestern Abend mit meinem Sohn ganz spontan im Programmkino drei Häuser weiter. Außer uns kamen eine Menge anderer Menschen auf die Idee, sich den freien Ostermontag mit dem Film „Best Exotic Marigold Hotel“ zu versüßen.

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