Mein geliebter Mann und Vater …
Mittwoch, den 11. August 2010War ein ereignisreicher Tag heute – eigentlich wie immer, wenn ich für eine Woche mein ruhiges HomeOffice mit dem Büro in München tauschen muss. Highlight (DerHering wird wissen, wovon ich rede) ist der abendliche Heimweg über den Ostfriedhof München am Giesinger Feld. Seitdem ich beim Laufen weniger schnaufe habe ich wieder mehr Luft für das Lesen der mitunter unfreiwillig komischen oder tieftraurigen Inschriften wie eben “Mein geliebter Mann und Vater …”
Am meisten beschäftigt aber hat mich heute das frische Grab eines Mannes, der im gleichen Jahr geboren war wie ich … Dabei gibt es so wenige Gräber an meiner Strecke, die so neu sind und noch viel weniger, die mein Geburtsjahr tragen. Irgendwie ist mir heute das leichte Schmunzeln über den Holzgroßhändler, die Rentnersgattin und die sonstigen Heucheleien Eitelkeiten auf den Gräbern vergangener Generationen vergangen. Und zur Krönung dann ein Famileingrabstein mit dem vorbereiteten Eintrag “Erna XYZ, 1933 – …” Ob man die Frau damit vom Grab fernhalten wollte? Was geht in ihr vor, falls sie das Grab pflegt? Pervers, oder?









