Tove Nilsen, Nachtzuschlag
Nach der Lektüre des Romans Nachtzuschlag von Tove Nilsen blieb irgendwie ein komisches Gefühl übrig. Der Roman spinnt eine dramatische Begegnung zunächst zweier, zum Ende hin dreier Personen. Auf dem Weg nach Hause wird eine Frau von einem Taxifahrer entführt. Die Spannung resultiert aus der Zwangslage, in die sich die erfolgreiche Schriftstellerin wiederfindet. Wie sich später herausstellt, ist sie nicht zufällig in dieser Situation. Sie sieht sich allein einem Mann gegenüber, der Offensichtliches im Sinn hat.
Nach meinem Empfinden aber macht die Autorin aus der Idee zu wenig. Die Spannung wird gut aufgebaut, der Versuch der zunächst fassungslosen Frau, der Gefahr intellektuell zu begegnen, ist gut nachvollziehbar. Ganz langsam erhalten die Personen ein Profil, das die Motive für das Handeln erscheinen lässt. Aber bevor es zur Lösung des Konflikts in die eine oder andere Richtung kommt, flüchtet die Autorin in ein schnelles Ende. Nach all den Aufregungen und seelischen Belastungen werden Leser und die Heldin des Buchs mit dem lapidaren Satz verabschiedet: “Was immer passiert ist, jetzt ist es vorbei.” Schade.
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