Die strukturlose Leichtigkeit des Bloggens bei Tamagothi
Nein, ich habe noch nicht aufgegeben, aber es war kaum Zeit. Auch wenn Yannick und sein Blog-Projekt unter dem Titel “Ziele mit dem eigenem Blog” schon eine ganze Weile zurückliegen, ich “arbeite” die Teilnehmerliste immer noch ab – und möchte es immer noch gründlich tun. Dabei bin ich heute auf ein Highlight gestoßen.
Ausgehend von der Frage “Muss ein Blog ein Ziel haben?” entwickelt der Autor ein so düsteres Bild der heutigen Gesellschaft, das er als selbst ernannter Nachtwächter schon beinahe wie ein Leuchtturm Hoffnung verbreitet, dass es so, wie er es mit mir übereinstimmend vermutet, vielleicht doch nicht kommen wird.
Ich verstehe mich also hier in erster Linie als ein Archivar des konkreten Grauens. “Ein Nachtwächter ist wach, wenn andere Menschen schlafen…” — eine revolutionäre Absicht habe ich mit diesem Blog nicht. Deshalb nenne ich es auch oft ein “größtenteils harmloses Blog”, manchem Menschen wird es wohl auch zu harmlos sein. Wahrscheinlich ist dieses ganze Archiv in nur zehn Jahren komplett vergessen, aber es war den Versuch wert. Allein wegen meiner persönlichen psychischen Hygiene.
Dieser letzte Aspekt ist in meinem Blog – zugegeben versteckt hinter dem Bloggen zu Themen, die mich als Journalisten beschäftigen und meiner Erinnerung dienen – gelegentlich zu finden.
Die meisten dunklen Gedanken kamen mir wirklich, wenn ich aufmerksam durch die Welt ging. Ich sammle diese ganzen Materialien gegen die ansonsten unverschämt bequeme Verdrängung, die das Leben so vieler Menschen der Jetztzeit zu prägen scheint.
Das kann ich nachvollziehen, aber im Gegensatz zum Nachtwächter bringe ich es seltener fertig, dieser üblichen und mir ebenfalls eigenen Verdrängung zu entkommen und mich verhalten zu äußern. Gesprächspartner sind herzlich willkommen. Sollte es Dich, lieber Elias, einmal in meine Gegend verschlagen, klopfe an.



