Spaß mit der Bahn – verdächtige Geräusche
Nach den vielen negativen Meldungen über den technischen Zustand des Wagenparks der Bahn und der ICEs im Besonderen ist es für Vielreisende nicht mehr so entspannend, mit der Bahn zu reisen. Gestern saß ich vermutlich in einem Ersatzzug nach München – der ICE von Bremen fuhr nur bis Hannover, dort setzte ein Ersatzzug ein und wartete auf den zweiten Teil aus Hamburg. Einen erfreulichen Anblick machte die Einheit nicht. Beim Einsteigen ging es an einer defekten Toilette vorbei, direkt vor mir war ein defekter Sitz mit roten Absperrbändern “gesichert”.
Was Wunder, wenn man da als Reisender hochschrickt, wenn plötzlich durch die Wand direkt am Knie gelegentliche Poltergeräusche auch noch fühlbar werden. Früher war das ja normal, aber heute? Sage ich jetzt was und mache mich lächerlich oder sage ich nichts und dann passiert was?
Also habe ich den Zugbegleiter (Schaffner?) herangewinkt und ihm meine Probleme leise ins Ohr geflüstert. Er schien sehr dankbar zu sein, dass ich das nicht in den vollen Zug hinein kommuniziert habe. Entgegen aller Vorführeffekte war das gelegentliche Rumpeln in diesem Moment sogar für seine Ohren hörbar. Beim nächsten Halt schlenderte er unauffällig neben dem Zug vorbei und kontrollierte die Zugseite unter meinem Fenster. Ein Tritt gegen den Wagon und das nachfolgende Ausbleiben des Geräuschs schien mir darauf zu hinzudeuten, dass er den Übeltäter erwischt hatte. Mit einem verschwörerischen Kopfschütteln des Zugbegleiters beim nächsten Passieren meines Platzes war ich dann beruhigt. Aber wie gesagt, es ist nicht mehr so entspannend wie früher, mit der Bahn zu fahren.



