Arbeitsamt – Auf der anderen Seite des Tisches
Ich habe einen neuen Job. Ich sitze nun auf der anderen Seite des Tisches. Von meinem bisherigen Klientel in der Familienhilfe und Arbeitslosenbetreuung weiß ich, dass das Arbeitsamt für die meisten der Feind ist: entweder bewilligen die Mitarbeiter nicht das zustehende Geld oder sie weisen ungewollte Maßnahmen zu.
Meine eigene Erfahrungen aus zwei arbeitslosen Episoden ließen mich den Satz sagen: “Durch die habe ich noch nie einen Job gefunden! Heißt doch aber “Arbeit”samt! Ist das nicht deren Aufgabe?”
Nachdem ich nicht mehr als Familienhelferin arbeiten möchte und die Situation für Sozialpädagogen bei den Bildungsträgern hoffnungslos ist, habe ich kürzlich meine Tätigkeit beim Jobcenter aufgenommen. Nun stürmen die Gedanken auf mich ein.
Mein Kollege, der mich mit Hingabe und unendlicher Geduld einarbeitet, sagt zu mir: “Wir sind ein zusätzliches Angebot!” An diesem Satz denke ich nun schon ein wenig herum.
Ja, die erwachsenen Menschen, unsere Kunden, sind zuallererst selbst für sich verantwortlich. Natürlich gibt es Menschen, die es allein nicht schaffen, sich im Leben zu orientieren und einen Plan zu haben, um ihn zielstrebig zu verfolgen. Dennoch leisten wir nur Hilfestellung und entmündigen die Arbeitslosen nicht. Denn das würde es bedeuteten, wenn wir die Verantwortung übernähmen.
Jetzt, sitze ich auf der anderen Seite des Schreibtischs… ich werde euch sicher noch viel zu erzählen haben! Heute aber muss ich die Gedanken und mich zur Ruhe schicken – mir wird schon schlecht, wenn ich an das frühe Aufstehen und die nachfolgende Busfahrt denke.




Oktober 24th, 2011 at 21:59
[...] erinnert euch, dass ich für eine Zeit “Auf der anderen Seite des Schreibtischs” tätig war. Nach den sehr anstrengenden drei Monaten im Jobcenter bin ich nun in einem [...]